Ohne Farbveränderung: Kunst auf Beton geschützt

von Oliver Störmer und Cisca Bogman

 

Die Ausgangssituation war eine direkt auf Sichtbeton angelegte Kunstmalerei. Beides ist nun oleo- sowie hydrophob und ohne Farbveränderung geschützt. Die Malerei erstreckt sich über alle Stockwerke der fünf Treppenhäuser im Erweiterungsbau eines Schulgebäudes, erstellt durch eine einzige fortlaufende Linie.

Die Ausgangslage: Malerei direkt auf Ortbeton

Die feine Linie wurde direkt auf Beton mittels Pinsel und Acrylfarbe aufgetragen. Im Gegensatz zum Malen auf Leinwand stellt dies eine besondere technische Herausforderung dar. Einerseits kann man nur sehr schwer Korrekturen vornehmen, andererseits muss man seine Malweise flexibel gestalten, da durch die raue Beschaffenheit der Betonoberfläche die Farbe mal mehr und mal weniger saugt und ein konsistenter Auftrag einer gleichmäßig starken Linie sehr zeitaufwändig ist und viel Konzentration benötigt. „Dennoch sind wir der Auffassung, dass die Mühe sich gelohnt hat, da die Wärme und Ausdrucksstärke einer Sichtbetonfläche, die die Spuren ihres Herstellungsprozess nicht verleugnet, deutlich mehr Charme zu entfalten versteht als verputzte und geweißelte Wandfläche, die doch eher etwas leblos wirkt“, beschreibt Cisca Bogman.

Kunstwerk auf saugfähigem Ortbeton geschützt

Es war einerseits der ausdrückliche Wunsch des Auftraggebers, aber auch künstlerisch-technische Erwägungen, bezüglich der Haltbarkeit des Kunstwerks, die dazu führten, einen dauerhaften Oberflächen- und Graffitischutz anzubringen. „Vor ein paar Jahren hatten wir bereits faceal Oleo HD bei einem anderen Kunstprojekt im öffentlichen Raum – dem Denkzeichen für die Gründungsväter des Großen Schauspielhauses in Berlin – verwendet und damit sehr gute Erfahrungen sammeln können“, führt Oliver Störmer aus.Insbesondere hat bei faceal Oleo HD überzeugt, dass es zu keinerlei farblichen Veränderungen an der Farbigkeit des Kunstwerks kommt und dass es sich um einen der wenigen Schutzanstriche handelt, der den materialökologisch geforderten Auflagen (DGNB Zertifikat in Silber) entspricht.“

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Gewusst wie! Oberflächenschutz - nicht sichtbar !

Die Hochleistungsimprägnierung faceal Oleo HD zeichnet sich durch viele multifunktionale Eigenschaften aus. Ein wichtiger Aspekt für die Praxis ist: Aufgrund seiner Konzeption und auf mineralische Untergründe ausgelegten Rezeptur verändert faceal Oleo HD den Untergrund nicht. Dies hat den Vorteil, dass der Oberflächen- und Graffitischutz auch nur auf Teilflächen appliziert werden kann. Zum Beispiel kann als Graffitischutz lediglich der untere Fassadenbereich behandelt werden - ohne dass man einen Farbtonunterschied an einer Sichtbeton- oder Natursteinfassade erkennt.

Kunst am Bau

Im Rahmen der Erstellung des Erweiterungsbaus der Europäischen Schule München wurde der Wettbewerb „Kunst am Bau“ durchgeführt. Die Künstlergruppe STOEBO mit Cisca Bogman und Oliver Störmer konnte mit dem Projekt „Onomatopoesie“ die Gestaltung der Pausenhalle und der Treppenhäuser unter 111 Einreichungen mit dem ersten Preis für sich entscheiden. Der Standort des Kunstwerks befindet sich im Teilbereich B und erstreckt sich über die Wände der Pausenhalle und der fünf Treppenhäuser. Es besteht aus einer einzigen, ununterbrochenen Linie. Diese von Hand gemalte Linie führt, einem Ariadnefaden gleich, durch die verschiedenen Bereiche und verbindet sie gedanklich miteinander. In den fünf Treppenhäusern werden Tierabbildungen und Onomatopoetika miteinander verbunden und als Strichzeichnungen auf die Wände aufgetragen. Jedes Treppenhaus repräsentiert eine eigene Tiergruppe, der eine eigene Gruppe von Onomatopoetika aus unterschiedlichen Sprachen zugeordnet ist.

Nachher: Oleo- und hydrophober Schutz für Wand und Kunstwerk

Der unbehandelte Betonuntergrund diente als Leinwand. Wie bei allen Kunstprojekten des Künstlerduos steht eine genaue Analyse der räumlichen Situation und des Programms der Institution oder des Orts an erster Stelle. Im Falle der Europäischen Schule wurde schnell deutlich, dass das Kunstwerk für die Grundschüler eine orientierungsgebende Funktion beinhalten sollte – hier war ein „dienendes Kunstwerk“ gefragt. Mittels verschiedener Farben und einfach geschwungener Linien sollten markante Bilder entstehen, die sich den Schülern einprägen und als Referenzpunkte innerhalb des weitläufigen Schulgebäudes fungieren. Ein zweiter Aspekt, der sich sofort aufdrängte, war die Vorstellung, dass an einer internationalen Schule die Schüler in verschieden Sprachen miteinander kommunizieren und in unterschiedlichen Situationen so aufeinandertreffen, dass sie sich gegenseitig kreativ erklären müssen. Dies führte zur Idee, in die Linienzeichnungen linear verschlungene Tiergruppen einzuflechten. Als Schulgebäude unterliegt der öffentliche Bau einer hohen Frequenz und das raumhohe Kunstwerk ist typischen Verschmutzungen wie Fußabdrücke, Abfingern, Spritzer durch Getränke und vielem mehr ausgesetzt. Nach der Oberflächenbehandlung ist der vorher saugfähige Untergrund dauerhaft geschützt. Ausschlaggebend für die Anwendung der Hochleistungsimprägnierung faceal Oleo HD war neben der oleo- und hydrophoben Schutzwirkung die Eigenschaft, dass diese weder bei der Malerei noch beim Untergrund eine Farbveränderung verursacht. Der wasserbasierte und transparente Oberflächenschutz wirkt nicht farbvertiefend. Materialien und Untergründe werden in ihrer Optik nicht verändert.

Info

Als Onomatopoesie bezeichnet man allgemein lautmalerische Worte und Ausdrücke, die den Klang eines Ereignisses mimetisch widergeben. So sind Begriffe, wie Kikeriki oder Ratzfatz, als auch Interjektionen wie Igittigitt Teil unseres täglichen Wortschatzes und helfen uns unsere Gefühle auszudrücken und miteinander zu kommunizieren. Diese Lautnachahmungen existieren in allen Sprachen und sind oft miteinander vergleichbar.

 

Die Autoren und Fotonachweis:

Künstlerduo Cisca Bogman und Oliver Störmer, Berlin
Fotos: Malerei und Modell von Künstlerduo Cisca Bogman und Oliver Störmer
an der Europäischen Schule München @ O.Störmer; VG Bildkunst (2019)
sowie 3 Objektfotos PSS Interservice

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